Teesteuer

Kein Artikel. Evtl. einarbeiten in Verbrauchsteuer? — Inga K. 15:51, 9. Okt. 2007 (CEST)


Die Teesteuer war eine Verbrauchsteuer, die zum 1. Januar 1993 abgeschafft wurde.

Anschutz Entertainment Group

Die Anschutz Entertainment Group, eine Tochtergesellschaft der Anschutz Corporation, ist eine der weltweit führenden Companys im Bereich Life Entertainment und Sport. Sie besitzt und betreibt einige der weltgrößten Arenen, Theater sowie diverse Firmen, promotet und produziert Entertainment-Veranstaltungen.

Das Staples Center in Los Angeles, das der Anschutz Entertainment Group gehört und auch von ihr betrieben wird, bietet einen guten Einblick in das Angebot, welches in vielen Arenen weltweit Anklang findet. Im Staples Center finden rund um das Jahr prestigeträchtige Veranstaltungen statt. Es ist ein Veranstaltungsort für die jährliche Grammy-Verleihung, die WTA- Tour Championships sowie für eine Vielzahl von hochkarätigen Sportveranstaltungen und Konzertereignissen.

Als weiteren Bestandteil des internationalen Portfolios, besitzt die Anschutz Entertainment Group in den USA und in Europa ein Vielzahl an Sportmannschaften.
Dazu gehören Basketball-, Eishockey-und Fußball-Teams. Auch die beiden DEL-Teams Hamburg Freezers (zu 70%) und Eisbären Berlin (zu 100%) gehören zur AEG, sowie das schwedische Team Hammarby IF (zu 49%).
Ende 2006 sorgte AEG weltweit für Aufsehen, als ihr Fußballclub Los Angeles Galaxy die Verpflichtung von Weltstar David Beckham bekannt gab.
Des Weiteren ist das Unternehmen Eigentümer der Stadien The O2 in London und Home Depot Center in LA. In Berlin baut die AEG derzeit die nach Fertigstellung größte Veranstaltungshalle Deutschlands mit dem Namen O2 World, welche dann auch die künftige Spielstätte der Eisbären Berlin, sowie ALBA Berlins sein wird.

Die AEG beschäftigt in 45 Firmen weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter und hat ihren internationalen Hauptsitz in Los Angeles.


Siehe auch

  • Philip Anschutz
  • Kroenke Sports Enterprises
  • Maple Leaf Sports & Entertainment Ltd.
  • Orca Bay Sports & Entertainment
  • Palace Sports & Entertainment
  • Silicon Valley Sports & Entertainment

Marianne Tidick

Marianne Tidick (* 1. November 1942 in Hamburg) ist eine deutsche Politikerin (SPD).

Sie war von 1988 bis 1990 Ministerin für Bundesangelegenheiten, von 1990 bis 1993 Bildungsministerin und von 1993 bis 1996 Wissenschaftsministerin des Landes Schleswig-Holstein.


Ausbildung und Beruf

Nach dem Abitur 1962 absolvierte Marianne Tidick ein Lehramtsstudium der Germanistik und Anglistik, welches sie 1968 mit dem ersten und 1970 mit dem zweiten Staatsexamen für das höhere Lehramt beendete. Danach war sie aber nur kurz als Lehrerin in Hamburg tätig und trat schon 1971 als Referentin in das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft ein. 1976 wechselte sie als Geschäftsführerin zur Stiftung Jugend forscht e.V. und war dann ab 1987 Generalsekretärin der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung.


Öffentliche Ämter

Am 31. Mai 1988 wurde sie als Ministerin für Bundesangelegenheiten in die von Ministerpräsident Björn Engholm geführte Landesregierung berufen. Am 1. Juni 1990 übernahm sie die Leitung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Daneben war sie ab dem 31. Mai 1988 Stellvertreterin des Ministerpräsidenten. Nach der Landtagswahl 1992 wurde sie am 5. Mai 1992 als Ministerin Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport erneut in die Landesregierung berufen. Nach dem Rücktritt von Björn Engholm und der anschließenden Wahl von Heide Simonis zur Ministerpräsidentin wurde sie am 19. Mai 1993 zur Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur ernannt. Nach der Landtagswahl 1996 schied sie am 22. Mai 1996 aus der Regierung aus.


Siehe auch

  • Kabinett Engholm I - Kabinett Engholm II - Kabinett Simonis I

Tidick, Marianne
Tidick, Marianne
Tidick, Marianne
Tidick, Marianne
Tidick, Marianne

Letov Š-25

Bei dem Flugzeug Letov Š-25 handelt es sich um einen einmotorigen, zweisitzigen Doppeldecker, der als Schulflugzeug entwickelt wurde. Der Erstflug der Maschine fand im Jahre 1930 statt. Der Typ wurde bei den Letov Werken in Letnany bei Prag in der Tschechoslowakei hergestellt. Die Konstruktion führte Alois Šmolík aus.

Es wurde nur ein Prototyp hergestellt.


Technische Daten

Letov Š-25:
Kenngröße Daten
Länge    9,45 m
Flügelspannweite    11,35 m
Tragflügelfläche    19,40 m²
Höhe    k.A.
Antrieb    1x Skoda HS 8 Fb mit 221 kW
Höchstgeschwindigkeit    197 km/h
Reisegeschwindigkeit    165 km/h
Reichweite    600 km
Besatzung    zwei Mann
Dienstgipfelhöhe    4.700 m
Leergewicht    960 kg
Fluggewicht    1.180 kg

Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen

Letov Š-025

Pantelhó

Pantelhó ist ein Ort und ein Gemeindebezirk (Municipio) im mexikanischen Bundesstaat Chiapas und befindet sich im mittleren Norden des Staates. Das Municipio liegt in der Sierra Madre.
Dieses Municipio hat 16215 Einwohner. Es ist 136,6 km² groß und liegt 1300 m ü. NN.
Das Municipio Pantelhó grenzt an die Gemeinden Simojovel de Allende, Chilón, Chenalhó, San Juan Cancuc, Sitalá und Chalchihuitán.<ref name=”Pantelhó”>Instituto Nacional para el Federalismo y el Desarrollo Municipal Gobierno del Estado de Chiapas: Chiapas, (spanisch), 2005</ref>


Quellen

<references />

Method Acting

Als Method Acting bezeichnete Lee Strasberg seine auf der Lehre Konstantin Stanislawskis fußende Methode, die Schauspielerei zu erlernen.

Dabei soll der Darsteller in den zu spielenden Figuren eine Seite seines eigenen Selbst erkennen und widerspiegeln. Er soll in der Figur weitmöglichst aufgehen und persönlich erlebte Schicksalsschläge und Ähnliches einbringen. Gearbeitet wird mit aktiver Spannung (der Körper wird vor einem Auftritt entspannt, damit er absolut durchlässig ist für Gefühle) und emotionellen Gedächtnisübungen (man versucht, das Grundgefühl der Rolle durch eigene Erlebnisse heraufzuholen, die man sich in Erinnerung ruft).

Das Method Acting wurde von der Stanislawski-Schülerin Maria Ouspenskaya seit den 1920er Jahren an der New Yorker School of Dramatic Arts weiterentwickelt und danach von Strasberg und Elia Kazan in der heute geläufigen Form am New Yorker Actors Studio gelehrt. Obwohl es für Theaterschauspieler konzipiert war, wurde es in der westlichen Welt zur Schule des modernen Filmschauspiels. Weltweit berühmt wurde der Ansatz des Method Acting Anfang der 1950er Jahre mit den ersten Erfolgen Marlon Brandos in Endstation Sehnsucht und Der Wilde.


Siehe auch

  • Identifikation
  • Affekt
  • Naturalismus (Kunst)
  • Episches Theater
  • Sanford Meisner

  • Der 40. Jahrestag Jahrestages der DDR. Trotzdem soll mit Hilfe der Feierlichkeiten der Schein gewahrt bleiben. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) wei

Mike Shane

Mike Shane (* 1968 in Galsburg, Illinois ) ist ein US-amerikanischer Wrestler. Er ist ein Teil des Tag Teams The Shane Twins, jetzt bekannt als The Gymini bei WWE Friday Night SmackDown!, zusammen mit seinem Zwillingsbruder, Todd Shane.


Finisher

  • Cross Trainer (w/Jesse)


Finisher in Einzelmatches

  • Skull Suplex (Overhead Head & Arm Suplex)


Championtitel und Auszeichnungen

  • National Wrestling Alliance

    • Einen Titel NWA World Tag Team Champion (mit Todd Shane)
  • NWA Florida

    • Vier Titel NWA Florida Tag Team Champion (mit Todd Shane)
  • Jersey All Pro Wrestling

    • Vier Titel JAPW Tag Team Champion (mit Todd Shane)
  • Independent Pro Wrestling (Florida)

    • Fünf Titel IPW Tag Team Champion (mit Todd Shane)
    • Einen Titel IPW Television Champion
  • World Professional Wrestling Federation

    • Einen Titel WPWF Tag Team Champion (mit Todd Shane)

Shane, Mike
Shane, Mike
Shane, Mike
Shane, Mike

  • Eine zweite Chance

    Eine zweite Chance (Hope Floats) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Forest Whitaker aus dem Jahr 1998. Die Hauptrolle spielte Sandra Bullock und Harry Connick Jr..

    Contents


    Handlung

    Die in Chicago lebende Birdee Pruitt entdeckt, dass ihr Ehemann Bill untreu ist. Sie wird öffentlich gedemütigt, indem die Affäre ihres Ehemannes zum Thema einer Talkshow im Fernsehen wird.

    Birdee fährt in ihre heimatliche Kleinstadt in Texas, wo sie bei ihrer Mutter Ramona Calvert wohnt. Bei Ramona wohnt bereits der minderjährige Sohn der Schwester von Birdee, die in Hollywood ihr Glück sucht.

    Birdee trifft den früheren Schulkollegen Justin Matisse, den sie zuerst nicht ausstehen kann. Sie bekommt einen Job in einem Fotolabor. Matisse und Pruitt kommen sich näher. Als Ramona stirbt, kommt Bill zur Beerdigung, aber später fährt er nach Chicago zurück. Matisse und Pruitt werden ein Paar.


    Kritiken

    Roger Ebert schrieb in der ‘Chicago Sun-Times’ (6. Juni 1998), es wäre problematisch, dass auf romantische Szenen drastische Szenen folgen würden. Die Darstellung von Sandra Bullock beschrieb er als gefühlvoll.


    Auszeichnungen

    Cameron Finley und Mae Whitman wurden 1998 für den YoungStar Award nominiert. Cameron Finley wurde 1999 für den Young Artist Award nominiert, den Mae Whitman gewann.

    Gena Rowlands und Sandra Bullock gewannen 1999 den Lone Star Film & Television Award.

    Gena Rowlands und Harry Connick Jr. wurden 1999 für den Blockbuster Entertainment Award nominiert.

    Forest Whitaker wurde 1999 für den Acapulco Black Film Festival Award nominiert.

    Der Song All I Get wurde 1999 für den ALMA Award nominiert.


    Weblinks

    Zweite Chance, Eine
    Zweite Chance, Eine
    Zweite Chance, Eine
    Zweite Chance, Eine
    Zweite Chance, Eine

    • Fischernetz

      thumb|300px|historische Herstellung
      Ein Fischernetz ist ein engmaschiges, netzförmiges Gewebe das zum Fischfangen genutzt wird.

      Man unterscheidet unter anderem:

      • Kiemennetz
      • Schleppnetz
        • Baumkurre
      • Hamen
      • Treibnetz
      • Ringwade
      • Wurfnetz
      • Bodennetz
      • Stellnetz

      Siehe auch: Reuse, Angeln (Fischfang), Schetel, Netznadel, Gliep

      Sitipa

      Sitipa ist ein Römisch-Katholisches Titularbistum.

      Das Titularbistum wurde erst 1989 in die Liste der Titularbistümer aufgenommen. 1993 erstmals besetzt, hat es nun bereits seinen dritten Inhaber.

      Siehe auch: Liste der Titularbistümer

      Festung

      thumb|300px|Grundriss und Profil einer idealtypischen Festung mit Werken aus unterschiedlichen Manieren und den zugehörigen Fachbegriffen
      Eine Festung ist eine eigenständige Wehranlage permanenter Bauart, die systematisch für die Verwendung von und den Schutz gegen Feuerwaffen eingerichtet ist. Festungen wurden seit dem 15. Jahrhundert als Reaktion auf den Einsatz schwerer Pulvergeschütze erbaut und waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich. Sie konnten der Grenz- oder Küstensicherung dienen, den Ausgangspunkt einer Offensive bilden und sich zurückziehende Heere aufnehmen. Darüber hinaus wurden manche Festungen als Verwaltungssitz, Gefängnis oder Aufbewahrungsort staatlicher Finanzreserven genutzt.

      Der Ursprung der Begriffe Festung, Befestigung und Feste findet sich im mittelhochdeutschen Adjektiv veste im Sinne von “beständig, hart, stark”, das sich zu dem neuhochdeutschen fest entwickelte. Eine vergleichbare Wortherkunft ist bei der Fortifikation und dem Fort gegeben, die auf das lateinische fortis für “fest, kräftig, stark” zurückgehen.

      Contents


      Näheres

      Grundriss und Profil einer Festung richteten sich nach den Schusslinien der zur Verteidigung verwendeten Feuerwaffen, wodurch die weitgehende Vermeidung toter Winkel erreicht wurde. Sie setzte sich aus unterschiedlichen Werken zusammen, worunter einzelne Befestigungsanlagen wie Bastionen oder Wälle zu verstehen sind. Hinzu kamen Kasernen, Munitionslager, Zeughäuser und weitere Garnisonsgebäude. Eine Festung konnte zudem einen zivilen Bereich umfassen.

      Festungen wurden nach individuellen Befestigungssystemen erbaut, die als Manieren bezeichnet werden. Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um spezifische Verwirklichungen des Bastionär-, Tenaillen- oder Polygonalsystems. Die sechs wichtigsten Manieren, anhand derer sich die fortifikatorischen Epochen des 16. bis 19. Jahrhunderts voneinander abgrenzen lassen, sind die alt- und neuitalienische, die alt- und neuniederländische und die alt- und neupreußische bzw. neudeutsche oder neuösterreichische. Viele erhaltene Festungsanlagen weisen Elemente verschiedener Manieren auf, da waffentechnische Fortschritte wiederholt zu baulichen Anpassungen zwangen.

      Das einzige bedeutende Definitionskriterium einer Festung ist die systematisch durchgeführte Ausrichtung auf die Kampfführung mit und gegen Artillerie. Neben Städten konnten auch Burgen, Schlösser und Klöster zu Festungen ausgebaut werden. Da hierbei die Berücksichtigung der vorhandenen Bausubstanz und der topographischen Gegebenheiten erforderlich war, bot üblicherweise nur die Neuerrichtung einer Festung in ebenem Gelände die Möglichkeit zur idealtypischen Umsetzung einer Manier.


      Geschichte der neuzeitlichen Festung


      Erste Artilleriebefestigungen

      Bis in das Spätmittelalter hinein hing das Defensivpotenzial von Burgen und befestigten Städten zum Großteil von der Höhe ihrer Mauern und Türme ab. Bereits im späten 14. Jahrhundert wurde dieses wehrbauliche Grundprinzip in Frage gestellt, da zu dieser Zeit schwere Bombarden aufkamen, die große Steinkugeln verschossen. Die Reichweite von Bombarden war zunächst sehr gering und ihr Transport äußerst aufwändig, doch konnten die in Relation zu ihrer Stärke hohen Burg- und Stadtmauern mit diesen primitiven Kanonen leicht zerstört werden. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts erhöhten sich Reichweite und Feuerkraft der Bombarden deutlich. So konnten französische Truppen unter Karl VII. vom Mai 1449 bis zum August 1450 mit Hilfe von Bombarden über siebzig englische Stützpunkte in der Normandie erobern, da allein das Aufstellen der Geschütze Drohung genug war. Die Städte ergaben sich reihenweise, ohne dass ein Schuss abgefeuert werden musste.
      [[Bild:kronach06.jpg|thumb|250px|left|Die Festung Rosenberg oberhalb von Kronach (Bayern), auf der das Deutsche Festungsmuseum eingerichtet werden soll.]]
      Die europäischen Baumeister reagierten auf diese Entwicklung zunächst nur mit einer Modifikation der mittelalterlichen Wehranlagen. Die Mauern wurden niedriger und durch einen breiten Wall verstärkt, der als Geschützplattform diente. Hölzerne Aufbauten wurden von Mauern und Türmen entfernt, da sie ein leichtes Ziel darstellten. Der mittelalterliche Burgturm wandelte sich zu einem kegelstumpfförmigen, massiven Geschützturm, dem Rondell. Rondelle verfügten über Räume mit großen Schießscharten, durch die Geschütze feuern konnten. Auch auf der Spitze des Rondells wurden schwere Feuerwaffen platziert. Diese Veränderungen in der Errichtung von Befestigungen waren jedoch nicht ausreichend, da sie lediglich eine Erweiterung früherer Bauprinzipien darstellten.

      Die verstärkten Befestigungsanlagen, die gegen Ende des Spätmittelalters errichtet wurden, erhöhten in erster Linie die passive Verteidigung und zögerten den Fall einer Stadt oder Burg nur hinaus. In den Rondellen konnten nur wenige Kanonen platziert werden, da sich der Pulverdampf in den Kasematten relativ lange hielt und Sicht und Atmung erschwerte. Im Bereich vor einem Rondell befand sich ein toter Winkel, der nicht von den Verteidigern beschossen werden konnte und somit ein bevorzugter Ausgangspunkt feindlicher Unterminierungsversuche war. Hierzu kamen ingenieurtechnische Truppen wie die Mineure zum Einsatz. Rondelle bildeten eigenständige Befestigungswerke und waren nicht dafür konzipiert, sich gegenseitig zu flankieren. Es wurde eine Befestigung notwendig, die eine stabile Plattform für zahlreiche Geschütze bot, die über keinen dem Feuer entzogenen Raum verfügte und deren Werke sich Flankenschutz bieten konnten.


      Ursprünge des Bastionärsystems

      In Italien wurde eine Lösung für diese wehrbaulichen Probleme gefunden. Bereits 1452 schlug Leon Battista Alberti in seinem Traktat De Re Aedificatoria vor, Festungsanlagen nach einem sägezahnartigen Muster zu erbauen, welches einen sternförmigen Grundriss bildet. Im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts entwickelten andere italienische Architekturtheoretiker ähnliche Konzepte, doch fanden sie damit zunächst wenig Beachtung. Eine entscheidende Entwicklung begann 1487, als der Architekt Giuliano da Sangallo mit der Befestigung von Poggio Imperiale beauftragt wurde. Dabei plante er den Bau von zehn winkligen Bastionen, die weit aus den Festungsmauern herausragten. Die beiden vorderen Seiten einer Bastion, Facen genannt, liefen im Bastionswinkel zusammen, dem Saillant. Die beiden als Flanken bezeichneten, kürzeren hinteren Seiten bildeten mit dem Festungswall einen rechten Winkel. Bei einer Anordnung in regelmäßigen Abständen konnten sich Bastionen gegenseitig den bestmöglichen Feuerschutz bieten, wobei wegen ihres spitz zulaufenden Grundrisses kein toter Winkel vorhanden war. Deshalb setzten sich regelmäßige Vielecke als Idealform von Festungen durch.

      Der Beginn der Italienkriege im Jahre 1494 beschleunigte die Entwicklung der bastionierten Befestigungsweise. Das in Norditalien eingefallene, französische Heer unter König Karl VIII. führte aus Bronze gegossene Kanonen mit sich, mit denen Eisenkugeln verschossen wurden. In Bezug auf Mobilität, Feuerkraft und Schussrate waren sie Bombarden überlegen. Ungehindert konnten die französischen Truppen nach Süditalien vordringen, wobei sie zahlreiche Städte und Burgen nach einem kurzen Bombardement einnahmen, sofern sich deren Garnisonen nicht kampflos ergaben. Antonio da Sangallo, der jüngere Bruder von Giuliano, wurde noch im selben Jahr von Papst Alexander VI. mit der Erneuerung des Forts von Civita Castellana beauftragt. Antonio da Sangallo ließ das Fort mit einem Rondell und vier Bastionen versehen.

      Von 1501 bis 1503 wurde in der päpstlichen Hafenstadt Nettuno ein bastioniertes Fort nach Plänen von Giuliano da Sangallo erbaut. Die Bastionen an den Ecken des quadratischen Forts wiesen eine wesentliche Neuerung auf. Der hintere Teil der Bastionsflanken wurde zurückgezogen und der vordere Teil abgerundet, wodurch das so genannte Orillon entstand. Das Orillon deckte die zurückgezogene Flanke, die für Belagerer nur schwer einzusehen war. Die zurückgezogenen Flanken verfügten über geschützbestückte Kasematten, so dass sich feindliche Truppen bei einem Sturmangriff auf den Wallabschnitt zwischen zwei Bastionen, der Kurtine, einem schweren Kreuzfeuer ausgesetzt sahen. Im Gegensatz zu seinem Bruder Giuliano ließ Antonio da Sangallo bei späteren Bauten Bastionen mit winkligen Orillons errichten.

      Weitere Entwicklungen gehen auf den Veroneser Architekten Michele Sanmicheli zurück, der die altitalienische Manier des Festungsbaus prägte. Sanmicheli stand zeitweilig in päpstlichen Diensten und machte dabei Bekanntschaft mit den Sangallos, deren Ansätze zu einem Bastionärsystem er übernahm. Nach dem Sacco di Roma von 1527 kehrte er in die Republik Venedig zurück, wo er 1530 den Auftrag erhielt, seine Heimatstadt Verona zu befestigen. Sanmicheli ließ Wälle und Bastionen von geringer Höhe und zugleich großer Tiefe erbauen. Lediglich die äußere Seite der Festungsanlagen bestand aus Mauerwerk, das durch Stützpfeiler verstärkt und mit Erde aufgefüllt wurde. Um eine Erstürmung der relativ niedrigen Festungswerke zu erschweren, wurden diese mit einem breiten Graben umgeben. In den zurückgezogenen Flanken befanden sich zwei Geschützplattformen auf verschiedenen Ebenen, wodurch sich die seitwärts ausgerichtete Feuerkraft der Bastionen erhöhte.


      Entwicklung der neuitalienischen Manier

      [[Bild:Neuitalienische Manier.png|thumb|Die neuitalienische Manier des Festungsbaus, spätes 16. Jahrhundert. a: Zurückgezogene Flanke mit Orillon b: Ravelin c: Cavalier g: Gedeckter Weg w: Waffenplatz ]]
      thumb|Festung Orsoy um 1650
      Bis zum späten 16. Jahrhundert wurden Bastionsbefestigungen um weitere, grundlegende Elemente ergänzt, was zur Entstehung der neuitalienischen Manier führte. Im Jahre 1556 schlug Niccolo Fontana Tartaglia in seinen Quesiti et Inventioni diverse vor, am äußeren Rand des Festungsgrabens einen breiten Weg auszuheben, in dem sich Infanteristen postieren können. Eine feindwärts abfallende Erdaufschüttung, das Glacis, deckte den Weg und zugleich die niedrigen Wälle und Bastionen. Pietro Cataneo steigerte den Nutzen des gedeckten Weges durch Waffenplätze, die als Sammelpunkte für eine größere Anzahl von Soldaten dienten. Diese konnten besonders starke Widerstandsnester bilden oder einen Ausfall durchführen.

      Die Bastionen wurden deutlich vergrößert und in Abständen angeordnet, die der Reichweite der damaligen Geschütze entsprachen. Cavaliere genannte Werke aus Erde bildeten auf den Bastionen eine erhöhte Geschützplattform. Zudem wurden in den Gräben vor sämtlichen Kurtinen Ravelins errichtet, die aus zwei zusammenlaufenden Facen bestanden. An ihrer Rückseite, der Kehle, waren sie breit genug, um den gesamten Grabenabschnitt zwischen den Bastionen unter Feuer nehmen zu können. Die Wälle, die Ravelins und der gedeckte Weg bildeten drei Verteidigungslinien, welche die für eine effektive Artilleriebefestigung notwendige Tiefe des Kampfraumes gewährleisteten.

      Mit der Entstehung des Bastionärsystems ging im Italien des 16. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit einher. Zahlreiche Städte erhielten eine komplette Umwallung aus bastionierten Befestigungsanlagen, doch ließ sich ein regelmäßiger, polygonaler Grundriss meist nur bei neu errichteten Idealstädten verwirklichen. In Städten wie Ancona, Florenz und Turin wurden zudem Zitadellen erbaut, die nicht nur den stärksten Teil einer Festungsstadt bildeten, sondern auch als Symbol fürstlicher Autorität verstanden werden sollten. Nach dem Vorbild der Bauten von Francesco Paciotto setzte sich das Fünfeck als Grundform der Zitadelle durch. Ein weiteres wehrbauliches Konzept war der Palazzo in Fortezza, der befestigte Palast. Ein derartiges Bauwerk, die Villa Farnese, entstand von 1559 bis 1573 in Caprarola.

      Der Bau von Artilleriebefestigungen war mit enormen Kosten und einem hohen Zeitaufwand verbunden. So sollte die Umwallung der Vatikanstadt nach Plänen aus dem Jahre 1537 achtzehn große Bastionen umfassen, doch musste diese Zahl bereits 1542 aus Kostengründen deutlich verringert werden. Erst im 17. Jahrhundert wurden die Arbeiten abgeschlossen. Verheerende Folgen hatte der Festungsbau für die Republik Siena, die 1553 mit der Bastionierung von siebzehn Städten begann und dafür einen Großteil ihres Haushalts aufwandte. Als 1554 ein spanisches Invasionsheer nach Siena vordrang, befanden sich die meisten Festungswerke noch im Bau, zudem fehlten den Sienesern nun die finanziellen Mittel zur Aufstellung eines schlagkräftigen Heeres. Die Republik wurde bis 1555 vollständig erobert.


      Festungsbau in den Niederlanden

      1568 erhoben sich die Niederländer gegen die Herrschaft der spanischen Habsburger, wodurch der Achtzigjährige Krieg ausgelöst wurde. Die Aufständischen sahen sich zur schnellen Befestigung ihrer Stützpunkte gezwungen, was unter der Anpassung an die topographischen Gegebenheiten zur Herausbildung der altniederländischen Manier führte. Zunächst errichteten die Niederländer hinter den mittelalterlichen Mauern ihrer Städte Wälle und hoben Gräben aus, wie etwa 1572 bei der Belagerung von Haarlem. Bald darauf gingen sie dazu über, nach italienischem Vorbild geformte Bastionen und Ravelins aus Erde vor den Stadtmauern anzulegen. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurden die niederländischen Festungswerke vollständig aus Erde erbaut, mit Grassoden bedeckt und von Wassergräben umgeben. Diese letzte Entwicklungsstufe hatte sich bereits 1533 bei der Befestigung von Breda durch Heinrich III. von Nassau im Voraus angedeutet. Ein theoretisches Fundament erhielt der vollständig auf Mauerwerk verzichtende, niederländische Festungsbau durch Autoren wie Simon Stevin, den Moritz von Oranien zum Generalquartiermeister ernannte.
      [[Bild:Fortbourtange.jpg|left|thumb|300px|Das niederländische Festungsdorf Bourtange wurde während des Achtzigjährigen Krieges errichtet, um das von Spaniern besetzte Groningen von der Außenwelt abzuschneiden.]]

      Neben der Verwendung von Erde als einzigem Baustoff für Befestigungsanlagen traten weitere Besonderheiten. Um gegnerischen Truppen den Einsatz von Sturmleitern unmöglich zu machen, wurden spitze Holzpfähle in die Festungswerke gerammt, die so genannten Sturmpfosten. Zur besseren Beherrschung des Grabens wurden die Wälle und Bastionen von einem Weg und einem zusätzlichen, niedrigeren Schutzwall umgeben, der Fausse-Braie. Die niederländischen Ingenieure berücksichtigten stets die Reichweite von Musketen, so dass sie Bastionen in geringeren Abständen anordneten, als es nach der neuitalienischen Manier üblich war. Die Bastionen waren in der Regel weder kasemattiert noch mit zurückgezogenen Flanken versehen. Ein anderes, grundlegendes Charakteristikum des niederländischen Festungsbaus war die Anlage von zahlreichen Außenwerken, darunter Hornwerke und Kronwerke. Hinzu kamen die Demi-lunes, die im Graben vor den Bastionen errichtet wurden. Ein zweiter, schmalerer Wassergraben, die Avant-Fosse, umgab das Glacis.

      Moritz von Oranien ließ Städte wie Coevorden zu Idealfestungen der altniederländischen Manier umwandeln. Darüber hinaus erbauten die Niederländer 1599 entlang der Waal und der Maas einen Kordon aus Schanzen, der Schutz vor den von ’s-Hertogenbosch ausgehenden Angriffen der Spanier bieten sollte. Im Winter 1605 wurde der Kordon auf die IJssel ausgeweitet. Bei den Schanzen handelte es sich um kleine Befestigungsanlagen aus Erde, die durch Wälle miteinander verbunden wurden. Bei drohender Gefahr warnten ihre Besatzungen die Stützpunkte im Hinterland durch Schüsse oder Signalfeuer.

      Die Instandhaltung der ohne Mauerwerk errichteten Festungsanlagen war äußerst aufwändig. Sie waren nur bedingt für die permanente Nutzung geeignet, so dass sie sich eher als weit entwickelte Feldbefestigungen einstufen lassen. Andererseits konnten sie innerhalb kurzer Zeit bei einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand erbaut werden. Zudem boten die Festungswerke aus Erde mit ihren breiten Wassergräben ein hohes Defensivpotenzial. Aufgrund dieser Vorzüge fand die altniederländische Manier im Laufe des 17. Jahrhunderts vor allem im nordeuropäischen Raum rege Verbreitung, wo Ziegel und Steine kostspielige Baustoffe waren. 1630 erschien die bedeutendste der in deutscher Sprache verfassten Abhandlungen über das Festungswesen in den Niederlanden, die Architectura Militaris Nova et Aucta von Adam Freitag.


      Verbreitung der bastionierten Befestigungsweise


      Frankreich

      Während der Regentschaft von Franz I. fand das Bastionärsystem auch in Frankreich Verbreitung. 1534 engagierte Franz den italienischen Ingenieur Girolamo Marini, der zuvor für Papst Klemens VII. tätig gewesen war. Innerhalb weniger Jahre erhöhte sich die Zahl der italienischen Baumeister in französischen Diensten auf über Hundert. Unter der Leitung von Marini bastionierten sie mehrere Festungen in Nordfrankreich, darunter Maubert-Fontaine, Mézières und Mouzon. Nachdem französische Truppen 1543 Luxemburg eingenommen hatten, ließ Marini die Stadt mit Artilleriebefestigungen versehen, doch konnte Kaiser Karl V. sie bereits im darauf folgenden Jahr zurückerobern. Die von Karls Truppen auf diesem Feldzug zerstörte Ortschaft Vitry-en-Perthois wurde an einer anderen Stelle als Festungsstadt wieder aufgebaut und zu Ehren von Franz I. in Vitry-le-François umbenannt. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts hatten sich auch französische Ingenieure mit der bastionierten Befestigungsweise vertraut gemacht. So beauftragte Generalmajor François de Scépeaux im Jahre 1552 den Sieur de Saint-Rémy mit der Befestigung von Verdun.

      Während der von 1562 bis 1598 tobenden Hugenottenkriege wurden in Frankreich zahlreiche provisorische Festungsanlagen errichtet. Die Hugenotten schütteten vor den Mauern der von ihnen kontrollierten Städte Bastionen und Ravelins aus Erde auf. Diese Befestigungsweise wurde unter anderem von den aufständischen Niederländern aufgegriffen und war als “à la Huguenote” bekannt. Mit Hilfe des Venezianers Scipione Vergano bauten die Hugenotten ihren wichtigsten Stützpunkt, die Hafenstadt La Rochelle, im Jahre 1569 zu einer der stärksten Festungen auf französischem Boden aus. Der 1573 von Karl IX. unternommene Versuch, La Rochelle einzunehmen, scheiterte unter enormen Verlusten.

      Heinrich IV. führte das Ende der Glaubenskämpfe herbei und konnte sich vor diesem Hintergrund auf die Sicherung der französischen Grenzen konzentrieren. Heinrich ließ ein umfangreiches Festungsbauprogramm durchführen, für das zwischen 1595 und 1610 knapp 7,8 Millionen Livres aufgewandt wurden. Grenoble, Toulon und fast dreißig weitere Städte wurden bastioniert und Grenzfestungen wie Boulogne, Calais und Montreuil verstärkt. Die meisten dieser wehrbaulichen Projekte wurden von Jean Errard de Bar-le-Duc geplant und geleitet, der 1594 mit La Fortification Démonstrée et Réduicte en Art eines der ersten französischen Werke über das Bastionärsystem veröffentlicht hatte. Die darin beschriebenen Fortifikationskonzepte wiesen gewisse Mängel auf, da Errard weitgehend auf Außenwerke verzichtete. Die Facen der von ihm entworfenen Bastionen bildeten mit den Flanken einen rechten Winkel, wodurch der gegenseitige Feuerschutz erschwert wurde. Dennoch gilt Jean Errard allein aufgrund der Vielzahl der von ihm geplanten Festungen als erster bedeutender französischer Ingenieur.


      Britische Inseln

      Im Februar 1539 ordnete Heinrich VIII. die Durchführung eines umfangreichen Festungsbauprogramms zur Sicherung der englischen Süd- und Ostküste an. Im Jahr zuvor hatten der französische König Franz I. und der römisch-deutsche Kaiser Karl V. ihre Differenzen vorläufig beigelegt, was in Heinrich die Befürchtung einer Invasion weckte. Der englische Monarch ließ 28 Küstenfestungen erbauen, wobei die dafür nötigen, finanziellen Mittel aus dem Verkauf der von ihm eingezogenen Kirchengüter stammten. Diese auch als Device Forts bekannten Festungen waren noch vor ihrer Fertigstellung wehrtechnisch überholt, da es sich bei ihnen um rondellierte Zirkularbauten handelte. - Hierzu siehe auch Stephan von Haschenperg.

      Erste Erfahrungen mit dem Bastionärsystem sammelten die Engländer 1545 bei der Belagerung von Boulogne, als sie unter der Anleitung des italienischen Baumeisters Girolamo Pennacchi bastionierte Feldbefestigungen anlegten. Wenige Jahre später entstanden auch in England Bastionsbefestigungen. Auf Weisung von Königin Maria I. arbeitete Sir Richard Lee 1558 einen Plan zur Fortifizierung von Berwick-upon-Tweed aus, dessen bauliche Umsetzung von mangelnden Fachkenntnissen zeugte. In den darauf folgenden Jahrzehnten sank der Stellenwert des Festungsbaus in England deutlich, was sich unter Elisabeth I. aufgrund der Gefahr einer spanischen Invasion änderte. Zwischen 1586 und 1588 ließ Elisabeth Dover und Great Yarmouth durch neue Festungswerke verstärken, doch hätten sich diese kurzfristigen Maßnahmen wahrscheinlich als nicht ausreichend erwiesen, wenn der spanischen Armada die Landung auf englischem Boden geglückt wäre.

      Als 1642 der Bürgerkrieg ausbrach, verfügten nur wenige englische Städte über zeitgemäße Befestigungsanlagen. Bei der Sicherung ihrer Stützpunkte richteten sich sowohl Parlamentarier als auch Royalisten nach der niederländischen Befestigungsweise, mit der sich diverse Befehlshaber auf beiden Seiten als Freiwillige im Achtzigjährigen Krieg vertraut gemacht hatten. In Städten wie King’s Lynn wurden die mittelalterlichen Mauern durch Bastionen aus Erde ergänzt, während in Newark und Oxford mit der Aufschüttung einer vollständigen Umwallung begonnen wurde. Zur frühzeitigen Bindung feindlicher Kräfte wurden im Umland von zahlreichen Ortschaften bastionierte Forts errichtet, die so genannten Sconces. Wie bei allen bekannten Wehrbauten des Englischen Bürgerkriegs wurde Erde als primärer Baustoff für Sconces verwendet, doch erhielten manche eine Revetierung aus Holz. Eine Besonderheit stellten die Fortifikationen von Bristol, Chester, London und Plymouth dar, die aus einem Ring von Schützengräben, Schanzen, Forts und Hornwerken bestanden. Vorbild hierfür waren wahrscheinlich die Circumvallationslinien, mit denen Städte auf dem europäischen Festland bei einer Belagerung üblicherweise eingeschlossen wurden.


      Preußische Manier

      Zur Zeit von Friedrich dem Großen kam es zur Einführung der sogenannten “Altpreussischen” Manier. Hierbei richtete sich die äußere Form wieder mehr nach dem Platzbedarf der Festungsstädte und nicht mehr nach streng geometrischen Grundsätzen (Polygonalsystem). Die Bastionen wurden stark verkleinert, und in einiger Entfernung wurde ein zweiter, äußerer Wall angelegt. An dessen Ecken wurden kleine Forts errichtet, die nach dem Tenaillensystem in günstigen Positionen (Hügel) gebaut wurden und die auch hinten einen “Abschlusswall” besaßen, sodass sich jedes alleine verteidigen konnte. Beim Tenaillensystem handelte es sich um eine Art Sternform, sodass ein optimales Flankenfeuer noch besser gewährleistet wurde. Ein Baumeister namens Landsberg hatte diese Methode propagiert, doch wurde nur einmal eine ganze Festung (Neubefestigung von Magdeburg 1730) so errichtet, da sie sehr platzaufwendig waren und sehr verwundbar gegenüber Rikoschettschüssen (Kanonenschüsse mit vorausberechneten Abprallern)- für die Forts war sie aber gut geeignet. Da die Abstände zwischen diesen Forts sehr groß waren, wurde dazwischen, in der Mitte jedes Wallstücks, eine Art Bastion errichtet, die ebenfalls einen Abschlusswall besaß und damit ein eigenes “Miniaturfort” bildete. Bei längeren Abschnitten beider Wälle wurden häufig kleinere “Ausstülpungen” eingeschoben. Durch vorher angelegte Minengänge konnte ein in Feindeshand geratener Teil der Festung jederzeit gesprengt werden.

      Durch den Wiener Kongress 1814/15 konnte Preußen mit der Rheinprovinz sein Staatsgebiet erheblich vergrößern. König Friedrich Wilhelm III. erließ sofort Order, in der Rheinprovinz die großen Städte neu zu befestigen. In den folgenden Jahren entstanden z.B. die Festung Koblenz, die Festung Minden oder der Festungsring Köln.

      Alle wurden nach modernsten Erkenntnissen, der so genannten “Neupreußischen” oder “Neudeutschen Befestigungsmanier” erbaut. Diese behielt die Grundsätze der “Altpreußischen” bei und koppelte sie mit den Ideen vom Marquis de Montalembert und von Lazare Carnot. Anstatt Bastionen anzulegen, wurden im Festungsgraben große, zweistöckige hufeisenförmige Bauwerke (Kaponniere) errichtet, die durch ein vorgeschobenes Deckwerk aus Erde geschützt wurden (der Graben musste eine dreieckige Ausbuchtung erhalten, um alles zu umgeben). Dieses war gleich hoch wie die Kaponniere, während auf dem Dach derselben sich eine Brustwehr aus Erde befand. Die Kanonen der Kaponniere selbst konnten den Feind erst angreifen, wenn dieser am angrenzenden Graben stand - im Gegensatz zu Haubitzen und Mörsern. Deshalb wurden in der Spitze des Deckwerks weitere Bauwerke errichtet, die solche Wurfgeschütze enthielten. Zusätzlich wurden in den Ecken des gedeckten Wegs (zwischen Glacis und Graben) und unten im Graben kleine “Blockhäuser” aufgestellt. Außerdem wurden die traditionellen Mauern an der Grabeninnenseite (Escarpe) jetzt auf die Höhe des Glacis erhöht, und zwischen dieser Mauer und dem Wall wurde ein kleiner Zwischenraum freigelassen, sodass man Schießscharten hinein machen konnte. Außerdem rutschte der Wall jetzt nicht mehr in den Graben, wenn diese Mauer eingeschossen wurde. In der Nähe der Kaponniere wurden außerdem häufig besonders breite Rampen angelegt, die in den Graben und hinaus auf den gedeckten Weg führten und so schnelle, großangelegte Ausfälle nicht mehr nur vom Tor aus ermöglichten. Zur weiteren Verbesserung des Flankenfeuers wurde die Innenwand des Glacis im leichten Zickzack angelegt.
      Indem man auch in der Mitte der einzelnen Wallabschnitte Deckwerke mit Kaponniere baute, konnte man diese länger machen.

      Der (max. 1 km) vorgeschobene Fortgürtel besaß jetzt keine Verbindungswälle mehr, die Forts waren also voneinander abgeschnitten. Jedes Fort war in etwa bastionsförmig oder fast dreieckig und hatte im Inneren ein 2stöckiges Bauwerk mit Brustwehr auf dem Dach- es war also eigentlich ein abgeschnittenes Deckwerk mit Miniatur-Kaponniere. Die Forts hatten jetzt auch keinen hinteren Wall mehr, sondern nur mehr einen hinteren Graben- so ließen sie sich besser vom Hauptwall aus kontrollieren. Alle Abstände bei einer Festung konnten später, nach der Einführung der gezogenen Geschütze verlängert werden.

      Allgemein löste die neue Methode bald überall - außer in Frankreich - das Bastionärsystem rasch ab. Allerdings wurde dieses Neudeutsche System nur bei strategisch wichtigen Festungen eingesetzt, um Geld zu sparen, die anderen ließ man oft schon jetzt langsam verfallen oder man zerstörte sie. Die Franzosen beharrten als Einzige länger auf der fortlaufenden Instandsetzung des alten Festungsgürtels von Vauban.

      [[Bild:Luftbild Festung Ehrenbreitstein Koblenz.jpg|thumb|250px|Festung Ehrenbreitstein in Koblenz]]
      Nach Gibraltar war die Festung Koblenz mit 14 km Umfang im 19. Jahrhundert die größte Befestigungsanlage Europas. Die Stadt Koblenz erhielt eine neue Stadtumwallung und die Höhenzüge um die Stadt wurden mit massiven Festungsbauten versehen. Es entstand u.a. mit der Festung Ehrenbreitstein das größte militärische Bollwerk am Rhein, eine der stärksten Bastionen, die heute noch fast vollständig erhalten ist. Die Militäringenieure Gustav von Rauch und Ernst Ludwig von Aster errichteten mit ihr eine weitläufige Zitadelle, die bis heute das Stadtbild von Koblenz beherrscht. Die Stadtbefestigung wurde 1890 wegen der fortschreitenden Kriegstechnik aufgegeben und vollständig abgerissen. Die Festungen in Koblenz verloren an militärischer Bedeutung, blieben aber bis zum Ersten Weltkrieg in Funktion. Danach wurden sie zum Teil geschleift oder verwahrlosten.


      Ehemalige Festungen und der Denkmalschutz

      Nach der Aufgabe einer Festung wurden im Normalfall sämtliche Festungswerke geschleift, das heißt beseitigt und einer zivilen Nutzung zugeführt. Auf diese Art und Weise sind die meisten Festungen in Deutschland und in den europäischen Nachbarstaaten dem Erdboden gleich gemacht worden. Dies geschah vor allem im Zusammenhang mit der Entfestigung der großen Städte und nur in eher seltenen Fällen konnte eine städtische Festung der Nachwelt erhalten bleiben.

      Festungsanlagen der Stadt Dresden um 1750|thumb

      Noch heute finden sich in den meisten europäischen Städten topografische Spuren der ehemaligen Befestigungen, da der mit dem Schleifen gewonnene ebene Baugrund zumeist zum Anlegen breiter Prachtstraßen verwendet wurde. Diese wurden entweder auf dem kompletten Festungsring oder doch auf Teilen davon errichtet. Das wohl bekannteste Beispiel ist neben Paris (das schon unter Ludwig XIV. entfestet wurde), Mannheim, Dresden, München und Wien. Die Befestigungen Wiens samt Glacis wurde aufgrund der in der K.u.K. Generalität noch immer präsenten Angst vor der „Türkengefahr“ erst in den 1850er Jahren geschleift.

      Auf den freigewordenen Flächen wurden die Ringstraße und zum Teil sehr vornehme Stadtviertel errichtet, die nun Wien und die Wiener Vorstädte zu einer einheitlichen Stadt verbanden. Auch die im Französischen gebräuchliche Bezeichnung „Boulevard“ weist auf die ehemaligen Befestigungen hin, denn das französische Wort leitet sich von „Bollwerk“ ab und bezeichnet die an Stelle der ehemaligen Bollwerke angelegten Straßen. In manchen Städten hat sich sogar noch das Bastionärssystem im Zick-Zack-förmigen Straßenverlauf der Ringstraße niedergeschlagen. Auch in Berlin finden sich in den Straßennamen Reminiszenzen an die ehemaligen Befestigungen: Oberwall-, Niederwall- und die Wallstraße erinnern an den ursprünglichen Verlauf der Anlage. Weiterhin zeichnet die Berliner Stadtbahn mit ihrem gebogenen Verlauf zwischen den Bahnhöfen Jannowitzbrücke und Hackescher Markt den Verlauf des alten Festungsgrabens nach.

      [[Bild:kronachfestungstor.jpg|thumb|300px|Das Portal der Festung Rosenberg im oberfränkischen Kronach]]

      In Dresden wurden Teile der Festungsanlagen umfunktioniert und haben heute herausragenden Stellenwert als Kultureinrichtungen und Ensembles von Bauwerken. So wurde eine Bastion zum Zwinger umgebaut. Auf der Seite des Kronentors wurde vor dem Zweiten Weltkrieg der schon verlandete Wassergraben der Festung freigelegt. Auch die Brühlsche Terrasse geht auf die Festungsanlage zurück und besitzt bis in die Gegenwart Kasematten der Festung.

      Eine Besonderheit des Festungsbaus stellt in Deutschland die Festung Minden mit ihrem befestigtem Bahnhof dar. Die Anlage ist wegen ihrer frühen Aufhebung und der anschließend unterlassenen Schleifung in weiten Teilen erhalten geblieben. Sie gibt den Stand des Festungsbaues des 19. Jahrhunderts wieder und stellt weiterhin anschaulich den Zusammenhang von Festung und Eisenbahn her.

      Vor allem an der Nordostgrenze Frankreichs blieben indes viele Festungsanlagen nahezu komplett erhalten (Belfort, Neuf-Brisach). Auch dies ist, parallel zu Wien, auf die Angst der zuständigen Generalität zurückzuführen, die in ständiger Sorge um eine Wiederholung des verheerenden Einmarsches der Deutschen im Jahre 1870 den bestehenden Festungsgürtel aufrecht erhielten und ausbauten. Dies schien angesichts des siegreichen Ausganges des ersten Weltkrieges eine erfolgsversprechende Strategie zu sein, an deren Ende der Bau der Maginot-Linie stand. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges erfolgte, nicht zuletzt forciert durch Charles de Gaulle, ein allmähliches Umdenken der französischen Verteidigungspolitik.

      Es ist heute Aufgabe des Denkmalschutzes, die ehemaligen Festungsanlagen oder deren Reste zu erhalten, damit sich die Menschen auch in späteren Zeiten noch eine Vorstellung über diese vergangene Epoche und den Folgen für ihr eigenes Leben machen können.


      Zitate

      Früher und bis zur Zeit der großen stehenden Heere herunter waren Festungen, d. i. Schlösser und befestigte Städte, nur zum Schutz ihrer Einwohner da. Der Edelmann, wenn er sich von allen Seiten bedrängt sah, rettete sich in sein Schloss, um Zeit zu gewinnen, einen besseren Augenblick abzuwarten; die Städte suchten durch ihre Befestigungen die vorüberziehende Wetterwolke des Krieges von sich abzuhalten. […] Von der anderen Seite sind die Zeiten vorüber, wo die bloße Befestigung der Mauern ohne andere Kriegsanstalten einen Ort vor der Überschwemmung des Krieges, der über das ganze Land herzieht, völlig trocken erhalten konnte, denn diese Möglichkeit gründete sich teils auf die kleinen Staaten, in welche die Völker früher geteilt waren, teils auf die periodische Natur des damaligen Angriffs, der fast wie die Jahreszeiten seine bestimmte, sehr begrenzte Dauer hatte, weil entweder die Lehnleute nach Hause eilten oder das Geld für die Condottieri regelmäßig auszugehen pflegte. Seitdem große stehende Heere mit ihren gewaltigen Artilleriezügen den Widerstand der einzelnen Punkte maschinenartig niedermähen, hat keine Stadt und keine andere kleine Korporation mehr Lust, ihre Kräfte aufs Spiel zu setzen, um einige Wochen oder Monate später genommen und dann um so strenger behandelt zu werden.

      Ein Verteidigungsheer ohne Festungen hat hundert verwundbare Stellen, es ist ein Körper ohne Harnisch.

      - Der preußische General Carl von Clausewitz in seinem 1830 verfassten Werk “Vom Kriege”

      Festungen sind genau so unbeweglich wie der Verstand von den Leuten, die sie errichten
      (unbekannt, Erwin Rommel?)

      Starre Befestigungen sind Monumente menschlicher Dummheit.” George S. Patton


      Literatur

      Quellen:

      • Honorat de Meynier: Fortification-Baw. LeBlon, Frankfurt am Main 1642 (Digitalisat)

      Übersichts- und Forschungsliteratur:

      • Horst Wolfgang Böhme, Reinhard Friedrich, Barbara Schock-Werner (Hrsg.): Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen. Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1
      • Martin Brice: Burgen und Wehranlagen, Bechtermünz, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0730-X
      • Christopher Duffy: Fire & Stone. The Science of Fortress Warfare. 1660-1860. 2. Auflage. Greenhill Books, London 1996, ISBN 1-85367-247-5
      • Christopher Duffy: Siege Warfare. The Fortress in the Early Modern World. 1494-1660. 2. Auflage. Routledge, London 1996, ISBN 0-415-14649-6
      • Christopher Duffy: Siege Warfare Volume II. The Fortress in the Age of Vauban and Frederick the Great. 1680-1789. Routledge, London 1985, ISBN 0-7100-9648-8
      • Hartwig Neumann: Festungsbau-Kunst und -Technik. area, Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-268-0
      • Geoffrey Parker: The Military Revolution. Military Innovation and the Rise of the West, 1500-1800. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 1996, ISBN 0-521-47958-4
      • Beiträge zur internationalen Festungsforschung (Schriftenreihe). Roderer, Regensburg 2001–
      • Schriftenreihe Festungsforschung. Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung (DGF), Frankfurt am Main u. a., 1981–,
      • Festungsjournal. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung (DGF). Dortmund u.a., 1982-,


      Weblinks

      • Clausewitz: Über Festungen
      • Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung e.V.
      • Fortress Study Group
      • Interfest e.V. Der Studienkreis für internationales Festungs-, Militär- und Schutzbauwesen
      • Schweizer Festungen des 20. Jahrhunderts
      • Kölner Institut für Festungsarchitektur e.V.
      • Vergleich unterschiedlicher Festungsbaumaniere Leonhard Christoph; Coehoorn, Menno; Vauban, Sébastien LePrestre; Rimpler, Georg


      Siehe auch

      • Alcazaba (Festung), spanische Bezeichnung
      • Architekturgeschichte
      • Behauptung
      • Fachbegriffe Festungsbau
      • Die Festung, Roman von Lothar-Günther Buchheim
      • Festung (Schach), eine uneinnehmbare Verteidigungsstellung auf dem Schachbrett
      • Fort im Park von Sanssouci
      • Liste von Festungen
      • Redoute, Feldschanze (Teil der Festung)
      • Sébastien Le Prêtre de Vauban
      • Veste, veraltete Bezeichnung für Festung
      • Zernierung

      Robert Cailliau

      Robert Cailliau (* 26. Januar 1947 in Tongeren) ist ein belgischer Informatiker.

      Seit Dezember 1974 am CERN tätig, veröffentlichte er am 12. November 1990 gemeinsam mit Tim Berners-Lee das Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt, aus dem das World Wide Web hervorging.


      Veröffentlichungen

      • James Gillies / Robert Cailliau: Die Wiege des Web. Die spannende Geschichte des WWW. Heidelberg, 2002. ISBN 3898641082. Amerikanischer Originaltitel: How the Web Was Born: The Story of the World Wide Web. New York, 2000.


      Weblinks

      • Robert Cailliaus Homepage (engl.)
      • WorldWideWeb: Proposal for a HyperText Project (Konzeptvorschlag vom 12. November 1990)

      Cailliau, Robert
      Cailliau, Robert
      Cailliau, Robert
      Cailliau, Robert

      Friedrich Albert Graf von Schwerin

      Friedrich Albert Graf von Schwerin (* 7. April 1717, † 12. Juni 1789 in Karlsruhe) war ein preußischer Generalmajor, Oberstallmeister und Geheimer Etatsminister.

      Von Schwerin wurde Ritter vom Schwarzen Adlerorden. Er war von 1760 bis 1768 Chef des Kürassierregiments Nr.10 „Gens d´armes“.

      Schwerin, Friedrich Albert Graf von
      Schwerin, Friedrich Albert Graf von
      Schwerin, Friedrich Albert Graf von
      Schwerin, Friedrich Albert Graf von
      Schwerin, Friedrich Albert Graf von

      Bodenreform in Deutschland

      Dieser Artikel behandelt Geschichte und Akteure der Bodenreform in Deutschland.

      Contents


      Bodenreformideen

      siehe auch Bodenreformbewegung

      200px|thumb|Adolf Damaschke, Die Bodenreform (1913)
      In Deutschland gab es zu Ende des 19. Jahrhunderts eine Bodenreformbewegung, die sich auf den amerikanischen Bodenreformer Henry George stützte. 1888 wurde von Michael Flürscheim, dem Gründer und Direktor der Gaggenauer Eisenwerke, der Deutsche Bund für Bodenbesitzreform gegründet.


      Freiwirtschaftliche Bodenreform

      Siehe Bodenreform in den Artikeln Silvio Gesell und Freiwirtschaft.


      Die Bodenreformideen Adolf Damaschkes

      Publiziert 1913, Grundlage des Bodenreformgesetzes von 1920, siehe Damaschke als Bodenreformer im Personenartikel zu Adolf Damaschke.


      Bodenreform im Nationalsozialismus

      siehe u. a. Reichserbhofgesetz


      Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone ab 1945

      thumb|Biefmarke zur Bodenreform in der Provinz Sachsen 1945
      Im heutigen politischen Sprachgebrauch Deutschlands wird der Begriff der Bodenreform meistens für die 1945–1949 in Deutschland, speziell ab September 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone, durchgeführte Bodenreform benutzt. Initiatoren der „demokratischen Bodenreform“ in der Sowjetischen Besatzungszone im September 1945 waren die sowjetische Besatzungsmacht und die deutschen Kommunisten. Selbstverständlich war in den Programmen der Arbeiterparteien SPD und KPD diese Forderungen immer enthalten, wollten sie damit doch das Bündnis zwischen Arbeitern und Bauern (besonders der Kleinbauern und Landarbeiter) als Grundlage gemeinsamer Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse schaffen und festigen.Auch die bürgerlichen Parteien, z. B. die CDU und die LDP, proklamierten 1945 die Sozialisierung bei Industrie und Großgrundbesitz.
      Seit Juni 1945 führte die KPD unterstützt von sowjetischen Stellen eine umfangreiche Propagandakampagne zur „Liquidierung des Großgrundbesitzes“. In der Provinzialverwaltung Brandenburg wurde Edwin Hoernle im Juni 1945 mit der Leitung der Abteilung Landwirtschaft beauftragt. Er sah seine erste Aufgabe darin, die drohende Ernährungskatastrophe zu verhindern und alle Kräfte zu mobilisieren, um die brachliegenden und verwüsteten Felder zu bestellen sowie die verbliebene Ernte zu bergen: „es gibt Gebiete, wo die Bauern selbst nicht mehr vorhanden sind. Hunderte Rittergüter sind von ihren Besitzern fluchtartig verlassen worden. … Bedeutende Teile der diesjährigen Ernte werden mit Sensen und Sicheln, vielleicht sogar auf handwagen abtransportiert, in altväterlicher Weise mit Dreschflegeln ausgedroschen werden müssen. Hier gibt es nur eine Lösung: Anpacken!“ In Rathenow packte auch die Antifa-Jugend mit an: 1.463 Jugendliche halfen freiwillig, ohne Bezahlung bei Aufräumungsarbeiten, Holzeinschlag, Bahn- und Brückenbau und eben auch in Ernteeinsätzen.
      Das waren „Feuerwehreinsätze“, es musste eine dauerhafte Lösung her. Die Bodenreform stand auf der Tagesordnung. Hoernle: „Dazu gehören zwei Dinge: 1. Die Bauern führen ihre Bodenreform selbst durch. Dazu werden gewählte Bodenkommissionen in den Gemeinden tätig. Hier werden die Aufteilung entschieden und Maßnahmen für die Ansiedler festgelegt. 2. Zur demokratischen Bodenreform gehört, daß sie Anliegen des ganzen Volkes wird, das am Verschwinden der Junker und des preußischen Militarismus interessiert ist.
      Der Orientierung folgte die organisatorische Umsetzung. Die KPD hatte im Kreis Rathenow/West-havelland 74 ländliche Ortsgruppen (über 1.800 Mitglieder), die SPD 47 (über 1.100 Mitglieder). Sie wurden von ihren Leitungen verpflichtet, aktiv in den Bodenkommissionen mitzuarbeiten. Diese bestanden aus jeweils 5 Personen; in ihnen sollte mindestens je ein Mitglied der KPD und der SPD sein – immer paritätisch besetzt durch beide Parteien. Sie teilten den Großgrundbesitz auf und verteilten (verlosten) ihn. Über 23.000 ha wurden über den Bodenfonds den Neubauern übereignet: Schuldenfrei als persönliches, vererbbares Eigentum.

      Von der KPD organisierte „Kreisbauernkonferenzen“ wurden veranlasst, die Aufteilung großer landwirtschaftlicher Betriebe zu fordern. Ihren Höhepunkt fand die Kampagne in der Kreisbauernversammlung des Kreises Ostprignitz am 2. September 1945 in Kyritz, auf der der KPD-Vorsitzende Wilhelm Pieck die Grundzüge der geplanten Bodenreform darlegte. Am 8. September 1945 folgte noch ein programmatischer Leitartikel mit dem Titel „Junkerland in Bauernhand“ in der Presse.

      Am 3. September 1945 erließ zunächst die Provinzialverwaltung der Provinz Sachsen eine „Verordnung über die demokratische Bodenreform“ (Verordnungsblatt für die Provinz Sachsen 1945, S. 28 ff.), die auf einen von der KPD vorgelegten Entwurf zurückging, den ursprünglich sowjetische Besatzungsdienststellen erarbeitet hatten. Danach wurde sämtlicher Besitz von Grundeigentümern die über 100 Hektar Eigentum hatten entschädigungslos enteignet werden, wobei nicht nur der über 100 Hektar hinaus gehende Teil, sondern die gesamte Fläche zu entziehen war. Zusätzlich wurde sämtlicher Besitz von Kriegs- und Naziverbrechern enteignet, die Einordnung oblag örtlichen Sozialisten. In der Folge erließen auch die übrigen Provinzen und Länder der Sowjetischen Besatzungszone entsprechende Gesetze bzw. Verordnungen zur Durchführung der Bodenreform (Mecklenburg-Vorpommern am 5. September, Brandenburg am 6. September, Thüringen und Sachsen am 10. September). Zweck der Bodenreform sollte nach den übereinstimmenden Festlegungen in den Präambeln der Bodenreformverordnungen die „Liquidierung des feudalen und junkerlichen Grundbesitzes“ sein, eine Reform der Eigentumsverhältnisse war nur ein Beiziel. Durchgeführt wurde die Bodenreform von den auf Gemeinde-, Kreis-, Bezirks- und Landes- bzw. Provinzebene errichteten fünfköpfigen Bodenreformkommissionen. Insgesamt 12.335 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Gesamtbodenfläche von über 3 Mio. ha wurden enteignet. Das entzogene Land wurde zunächst in die „Bodenfonds“ der Länder und Provinzen übergeführt. Sämtliche auf den Flächen ruhende Lasten erloschen mit dem Übergang in den Bodenfonds, die entsprechenden Seiten in den bisher geführten Grundbücher wurden größtenteils herausgetrennt oder geschwärzt. Im Oktober 1945, mitten in der Hackfruchternte und damit zu einem landwirtschaftlich höchst ungünstigen Zeitpunkt teilten die Gemeindebodenkommissionen das Land auf und verteilten es. Etwa 2,1 Mio. ha Landes wurden in Parzellen zu jeweils 5 ha an insgesamt 544.079 als „Neubauern“ bezeichnete Bodenbewerber vergeben, bei denen es sich größtenteils um frühere Landarbeiter, Flüchtlinge und Industriearbeiter handelte. Die restlichen Flächen gingen in den Besitz der öffentlichen Hand über( Volkseigene Güter VEG).

      Die „Neubauern“ mussten das Land nicht bezahlen und erhielten es lastenfrei, sie erlangten aber entgegen der vom Obersten Gericht der DDR 1951 („Neue Justiz“ 1951, S. 508) vertretenen Auffassung kein volles Eigentum, sondern nur ein Nutzungsrecht. Die „Neubauern“ durften ihr Land weder verkaufen noch verpachten oder beleihen und nur eingeschränkt vererben. Gaben sie die Landwirtschaft auf oder verhielten sich „pflichtwidrig“, so fielen die Flächen an die öffentliche Hand zurück. Ein Teil der „Neubauern“ scheiterte als Landwirte, da es ihnen an landwirtschaftlicher Erfahrung, an Saatgut, Gebäuden und Maschinen fehlte. Die landwirtschaftliche Erzeugung in der Sowjetischen Besatzungszone ging im Gefolge der Bodenreform dramatisch zurück. Die meisten der „Neubauern“ schlossen sich später zwangsweise den „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG)“ an, da ihre Hofstellen für eine selbständige Existenz zu klein waren.

      Die früheren Eigentümer verloren nicht nur ihr Land, sondern auch sämtliches sonstiges Eigentum, von Wohnhäusern und Geldvermögen bis hin zu Mobiliar und Kleidung wurde ihnen alles entzogen. Die Enteigneten wurden aus ihren Heimatkreisen ausgewiesen und größtenteils in Zwangslager (z. B. Coswig und Radeberg in Sachsen, auch auf Rügen existierten entsprechende Lager) verbracht und fanden dort den Tod, soweit dieser nicht bereits beim Vollzug der Reform erfolgt war. Herrenhäuser und Gutshöfe wurden trotz herrschender Wohnungsnot zumeist gesprengt oder abgebrochen, um jede Erinnerung an die früheren Eigentümer auszulöschen. Widerstand gegen die Bodenreform insbesondere von Seiten der Kirchen und der CDU blieb größtenteils erfolglos. Die Parteien erhielten pro Land jeweils ein Gut zur Versorgung zugeteilt. Staatliche Domänen wurden nur in sehr beschränktem Maße aufgeteilt. Kirchlicher Landbesitz sollte der Bodenreform nicht unterfallen, wurde verschiedentlich aber dennoch entzogen und an „Neubauern“ verteilt (vgl. Möhlenbrock, Kirche und Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) 1945–1949, Frankfurt (M.) 1997, S. 113 ff. (Kirchenland), 291 ff. (Deportationen von Enteigneten aus Sachsen), 294 ff. (Abriß von Gutshäusern in Sachsen).

      Eine private Nutzung der Ländereien durch die Neubauern wurde jedoch schon recht bald unterbunden, indem praktisch alle Neubauern in die neu gegründeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) nach dem sowjetischen Vorbild der Kolchose gedrängt, de facto gezwungen wurden, in die sie ihr Land als Produktivvermögen einzubringen hatten. Formal blieben die Genossenschaftsmitglieder jedoch Eigentümer an ihren Ländereien.


      Folgen der Bodenreform 1945 nach der Wiedervereinigung

      Nach der politischen Umwälzung in der DDR wurden zunehmend Forderungen nach Auskopplung dieser privaten Ländereien aus den LPG-Nutzungen laut (und später teilweise auch vollzogen). Im sog. Modrow-Gesetz vom 16. März 1990 (Gesetz über die Rechte der Eigentümer von Grundstücken aus der Bodenreform) wurden alle Verfügungsbeschränkungen bezüglich dieser Grundstücke aufgehoben und den Betroffenen die vollen Eigentumsrechte inklusive Vererbbarkeit übertragen.

      Angeblich war die Beibehaltung der Bodenreformergebnisse Bedingung für die Wiedererlangung der vollen Souveränität Deutschlands in den sogenannten 2+4-Verträgen. Die Rückgängigmachung der Bodenreform war hingegen von der deutschen Regierung in den folgenden Jahren nicht gewünscht. Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Bodenreform ziehen sich hingegen teilweise bis heute hin.

      In einem Beispiel wird die Widersprüchlichkeit und Schwierigkeit der Materie deutlich: Das Dorf Römnitz (in der Nähe von Ratzeburg), das erst im November 1945 nach einer Übereinkunft der Alliierten von der sowjetischen in die britische Besatzungszone wechselte, hatte die Bodenreform ebenfalls durchgeführt. Teilweise gezwungenermaßen, gaben in der Folgezeit alle Bodenreformneulandbesitzer ihre Grundstücke zurück, bis auf einen, was eine jahrelange Prozesskette nach sich zog. Erst 1961 bestätigte der Bundesgerichtshof die Rechtmäßigkeit des Besitzes des Mannes, da der Gesetzgeber (in der SBZ) „den landarmen Bauern nicht nur Besitz, sondern Eigentum an Grundflächen verschaffen“ wollte. Dieses Eigentum sei „trotz gewisser, in der Bodenreformgesetzgebung vorgesehener Beschränkungen, seinem Wesensgehalt nach echtes Privateigentum“ gewesen (vgl. BGH, 17. Februar 1960, V ZR 86/58). Diese Rechtsauslegung ist nicht völlig ohne Widersprüche zu der o. a. Realität und sie änderte sich auch über die Jahrzehnte. Im Rahmen der Regelung offener Vermögensfragen nach der Wiedervereinigung wurde der Besitzer 1992 erneut enteignet. Entsprechende Beschwerdeverfahren hatten keinen Erfolg.

      Die enteigneten Grundbesitzer haben auch nach dem Ende der DDR in der Regel keinen Anspruch auf Entschädigung. Zuletzt scheiterte Ernst August Prinz von Hannover mit seinem Antrag auf Wiederaufnahme des Restitutionsverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht am 1. September 2006 (BVerwG 8 B 121.05).


      Politische Bedeutung der Bodenreform 1945 in der Rückschau auf die Weimarer Republik

      Die Bodenreform folgte einer rein politischen Entscheidung und bewirkte, wie oben erwähnt, wahrscheinlich stärkeren ökonomischen Schaden als Nutzen. Die enteigneten ostelbischen Großgrundbesitzer galten als reaktionär und republikfeindlich. Dies wurde in ihrer Rolle im Osthilfeskandal 1931–1933 deutlich, in dessen Zusammenhang zwei deutsche Reichskanzler zurücktreten mussten. Dies waren Heinrich Brüning am 31. Mai 1932 und, nachdem er durch eine Intrige gegen den ab 1. Juni 1932 amtierenden von Papen am 3. Dezember 1932 Reichskanzler geworden war, von Schleicher selber am 28. Januar 1933. Es folgte die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und der Beginn des sogenannten „Dritten Reiches“. (Der Vorgang wurde später „die Machtergreifung“ genannt.) Die Bodenreform bewirkte die Auflösung dieser gesellschaftlichen Gruppierung, deren Existenz als fortdauernde Gefahr für die Republik wahrgenommen wurde. Ein willkommener Nebeneffekt der Bodenreform, der die neuen Machthaber stärkte. Wenn auch milder in den persönlichen Auswirkungen für die Betroffenen, folgten auch die Alliierten in den westlichen Besatzungszonen einem ähnlichen Impuls.


      Bodenreform in den westlichen Besatzungszonen ab 1949

      Die Durchführung einer Bodenreform wurde im Gesetz Nummer 32 der alliierten hohen Kommission im Jahre 1949 festgelegt. Darauffolgend wurde z. B. in Nordrhein-Westfalen am 16. Mai 1949 ein Gesetz zur Durchführung der Bodenreform erlassen. Das Gesetz bestimmte, dass ein Großgrundbesitzer (mehr als 100 Hektar) von seinen land-, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Ländereien nur 100 Hektar behalten darf und den übrigen Teil – gegen eine Entschädigung in Form von Schuldverschreibungen oder Tilgungshypotheken des Staates abzugeben hat. Diese wurden jedoch auf den geringen Zinssatz von 3,5 % festgelegt, welcher zumeist wesentlich niedriger war als die tatsächliche vorherige ökonomische Verzinsung der landwirtschaftlichen Flächen. Dieser Minderwert stellte somit eine um diesen Teil entschädigunglose Enteignung dar.
      In den Durchführungsverordnungen dieses Gesetzes war jedoch eine Unterscheidung zwischen deutschen und ausländischen Staatsbürgern, die in Deutschland land- und forstwirtschaftliche Flächen besaßen, festgelegt worden. So mussten zwar auch ausländische Staatsbürger Ländereien abgeben, sie durften diese jedoch innerhalb eines Jahres frei verkaufen und waren nicht gezwungen, dieses Land gegen geringverzinste (und somit meist unter Marktwert) staatliche Schuldverschreibungen abzugeben. Um insbesondere deutsche Adelige mit doppelter Staatsangehörigkeit den für Deutsche geltenden Härten des Bodenreformgesetzes zu unterwerfen, wurde des Weiteren von der alliierten Hohen Kommission festgelegt, dass diese unabhängig von ihrer zweiten Staatsangehörigkeit wie Deutsche zu behandeln seien (in Gesetz Nr. 32 der alliierten Hohen Kommission).


      Siehe auch

      • Bodenreform in Österreich
      • Bauernbewegung
      • Bauernpartei
      • Agrarreform


      Weblinks

      • Zum Kuriosum des einzigen westdeutschen Bodenreformerbens, der ebenfalls entschädigungslos enteignet wurde

      Peabody

      Peabody ist

      der Name folgender Personen:

      • George Foster Peabody (1852–1938), New Yorker Investment-Banker und Mäzen
      • George Peabody (1795–1869), US-amerikanischer Unternehmer und Philanthrop

      der Name der folgenden Orte:

      • Peabody (Kansas), USA
      • Peabody (Massachusetts), USA

      die Bezeichnung für:

      • einen US-amerikanischen Fernsehpreis, siehe Peabody Award
      • ein Musikkonservatorium (Peabody Institute) an der Johns Hopkins University in Baltimore
      • ein US-amerikanisches Bergbauunternehmen, siehe Peabody Energy